LiDAR-Mähroboter: Navigation ohne Antenne erklärt
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LiDAR-Mähroboter orientieren sich mit einem Laserscanner, der Bäume, Mauern und Hecken als dreidimensionale Punktwolke erfasst, und brauchen deshalb weder Begrenzungskabel noch RTK-Antenne. Die Technik ist 2026 die erste Wahl für Gärten mit Baumbestand und reicht vom kompakten MOVA ViAX 500 für 749 € UVP bis zu Allradmodellen über 2.500 €.
Die Seite ergänzt den Überblick zur Navigation ohne Begrenzungskabel um die Details des Laserscanners. Eine Übersicht aller Modelle mit Fläche, Steigung und UVP finden Sie im Vergleich der Mähroboter ohne Begrenzungskabel.
Was ist LiDAR beim Mähroboter?
LiDAR (Light Detection and Ranging) ist beim Mähroboter ein Laserscanner, der Entfernungen zur Umgebung misst und daraus Karte und Position berechnet. Der Sensor sendet kurze Laserpulse meist im nahen Infrarot aus und stoppt die Zeit, bis das reflektierte Licht zurückkommt. Weil das Licht den Weg hin und zurück zurücklegt, gilt: Entfernung gleich Lichtgeschwindigkeit mal Laufzeit geteilt durch zwei. Bei 50 m Abstand beträgt die Laufzeit rund 333 Nanosekunden, so das Springer-Fachbuchkapitel zur LiDAR-Sensorik.
Aus vielen tausend solcher Messungen pro Sekunde entsteht eine Punktwolke; der Roborock RockMow Z1 LiDAR erfasst laut Hersteller 200.000 Punkte pro Sekunde. Die Software vergleicht diese Punktwolke laufend mit der gespeicherten Karte und erkennt so, wo der Mäher steht. Das Verfahren heißt LiDAR-SLAM (Simultaneous Localization and Mapping), weil Kartieren und Orten gleichzeitig ablaufen.
Hinter den Marketingnamen der Hersteller verbergen sich unterschiedliche Bauformen des Sensors.
360°-LiDAR, 3D-LiDAR und ToF: die Begriffe
360°-LiDAR, 3D-LiDAR und ToF bezeichnen Bauformen, die sich im Sichtfeld und in der Reichweite unterscheiden. Die Tabelle ordnet die Begriffe den Herstellerangaben aus unseren Datenblättern zu.
| Begriff | Bedeutung | Beispiel laut Hersteller |
|---|---|---|
| 360°-LiDAR | Scanner erfasst die Umgebung rundum | Mammotion LUBA 3 AWD: 360° × 59°, bis 70 m |
| 3D-LiDAR | Mehrere vertikale Messwinkel, räumliche Punktwolke | Dreame OmniSense 3.0 (A3 AWD Pro): bis 70 m bei 80 % Reflektivität |
| Solid-State-LiDAR | Scanner ohne rotierende Bauteile | Segway Navimow i2 LiDAR |
| ToF (Time of Flight) | Tiefensensor für den Nahbereich, oft zur Hinderniserkennung | ECOVACS HoloScope 360: 360°-LiDAR plus 3D-ToF-LiDAR |
| Dual-LiDAR | Zwei Lasersensoren für Fern- und Nahbereich | ECOVACS GOAT O1200 und A1600/A3000 LiDAR Pro |
Die Reichweitenangabe gilt immer für eine bestimmte Reflektivität: Dreame und MOVA nennen 70 m bei 80 % Reflektivität, dunkle Flächen werfen weniger Licht zurück. Für die Navigation im Hausgarten genügt das in fast jedem Fall. Was die Technik im Alltag auszeichnet, zeigt der Vergleich mit Satellitenortung.
Vorteile: keine Antenne, Schatten, Nacht
Die Vorteile von LiDAR ergeben sich daraus, dass der Mäher sein eigenes Licht aussendet und keine Satelliten braucht. Daraus folgen vier praktische Pluspunkte.
- Keine Antenne und kein Mast: Die Ladestation genügt, ein Platz mit freier Himmelssicht ist nicht nötig.
- Sicher unter Bäumen und an Hauswänden: Rasenautomatik.de (02.05.2026) stellte beim Navimow i2 LiDAR auch unter einem großen Baum keine Orientierungsprobleme fest, connect bescheinigt dem Roborock RockMow Z1 LiDAR eine sehr gute Navigation unter Bäumen.
- Unabhängig vom Tageslicht: Der Laser arbeitet auch in der Dämmerung; MOVA wirbt beim LiDAX Ultra ausdrücklich mit Mähen bei Nacht.
- Hohe Genauigkeit: ECOVACS gibt für die Dual-LiDAR-Navigation seiner GOAT-Modelle rund 2 cm an.
Nachtbetrieb ist trotzdem keine gute Idee, denn der NABU rät, Mähroboter wegen der dämmerungs- und nachtaktiven Igel nur tagsüber einzusetzen. Den Vorteilen stehen klare Grenzen gegenüber.
Grenzen: offene Flächen, Regen, flache Hindernisse
Die Grenzen von LiDAR liegen dort, wo der Laser zu wenige Bezugspunkte findet, wo Wassertropfen das Licht streuen und wo Hindernisse unterhalb des Scanbereichs liegen.
Offene Flächen sind die größte Schwäche: PC-WELT rät beim Mammotion LUBA mini AWD LiDAR von sehr großen, schlicht gestalteten Grundstücken ab, weil der Scanner ohne Bäume oder feste Begrenzungen zu wenige Referenzpunkte findet. Ein Rasen, der von Haus, Hecke und Zaun umgeben ist, bereitet dagegen keine Probleme.
Regen und Nebel schwächen das Signal, weil Wassertropfen Laserlicht streuen und absorbieren, wie eine Dissertation der Universität Duisburg-Essen zur LiDAR-Signalverarbeitung beschreibt. Die meisten LiDAR-Mäher kehren bei Regen ohnehin zur Station zurück; Dreame A1 Pro, A2 und MOVA LiDAX Ultra haben dafür laut Hersteller einen Regensensor, der Navimow i2 LiDAR richtet sich nur nach Wetterdaten aus der App.
Flache Hindernisse bleiben eine Schwachstelle. homeandsmart beobachtete beim Dreame A2, dass Tennisbälle nur etwa jedes zweite Mal erkannt wurden, netzwelt nennt den ECOVACS GOAT O1200 LiDAR Pro bei sehr flachen Hindernissen nicht völlig sattelfest. Deshalb ergänzen fast alle Hersteller den Scanner um eine KI-Kamera; der Dreame A1 Pro gehört zu den wenigen reinen LiDAR-Modellen.
Auch die Kartierung ist nicht immer ausgereift: Beim Dreame A3 AWD Pro funktionierte die automatische Kartierung im Test von homeandsmart nicht, beim MOVA LiDAX Ultra AWD driftete die automatische Grenzerkennung laut ComputerBase in Beete. Planen Sie also Zeit ein, um Grenzen per Fernsteuerung nachzuziehen.
Die Tabelle stellt LiDAR dem Gegenpol RTK gegenüber.
| Kriterium | LiDAR | RTK |
|---|---|---|
| Montage | nur Ladestation | Antenne oder Internet für NetRTK |
| Unter Bäumen und an Wänden | zuverlässig | Abschattung und Mehrwegeffekte |
| Große offene Fläche | wenige Bezugspunkte | ideal |
| Dunkelheit | funktioniert | funktioniert |
| Regen | Signal geschwächt | kaum beeinflusst |
| Einstiegspreis (UVP) | ab 749 € (MOVA ViAX 500 mit LiDAR und Kamera) | ab 649 € (ECOVACS GOAT O600 RTK) |
Wie die Satellitenortung im Detail funktioniert und warum sie unter Laub scheitert, erklärt die Seite zu RTK-Mähroboter. Vor der Auswahl eines konkreten Modells lohnt ein Blick auf die Ausstattungsmerkmale, die LiDAR-Geräte voneinander trennen.
Worauf Sie bei LiDAR-Modellen achten sollten
LiDAR-Modelle unterscheiden sich weniger im Laserscanner als in Kamera, Kartierung, Durchfahrtsbreite und Mobilfunk. Die folgenden fünf Punkte entscheiden im Alltag über Zufriedenheit oder Nacharbeit.
- Zusätzliche KI-Kamera: Sie erkennt flache Gegenstände wie Bälle oder Schläuche besser als der Laser allein.
- Automatische Kartierung: Sie spart Zeit, funktionierte in Tests aber nicht bei jedem Modell; eine manuelle Grenzfahrt per App sollte als Alternative möglich sein.
- Mindestdurchfahrt: Dreame A3 AWD und MOVA LiDAX Ultra kommen laut Hersteller durch 60 cm, der ECOVACS GOAT O1200 LiDAR Pro braucht wegen seines Trimmers laut netzwelt mindestens 80 cm.
- Regensensor: Ein physischer Sensor schickt den Mäher sofort zurück, eine reine Wetterprognose reagiert erst verzögert.
- 4G ab Werk: Navimow i2 LiDAR, Dreame A3 AWD Pro und MOVA LiDAX Ultra AWD haben 4G integriert, Dreame A1 Pro und MOVA LiDAX Ultra nur über ein optionales Modul.
Mit diesen Kriterien lassen sich die aktuellen LiDAR-Mähroboter gezielt vergleichen.
Mähroboter mit LiDAR
Mähroboter mit LiDAR gibt es 2026 von Dreame, Segway Navimow, MOVA, ECOVACS, Roborock und Mammotion, mit Flächen von 1.200 bis 5.000 m². Die Tabelle vergleicht sieben Modelle nach Herstellerangaben.
| Modell | Navigation | Fläche bis | Steigung | Antenne | Schnitt | UVP |
|---|---|---|---|---|---|---|
| LiDAR | 2.000 m² | 45 % | nein | 22 cm | ab 999 € | |
| LiDARKamera | 3.000 m² | 50 % | nein | 22 cm | ab 1.399 € | |
| LiDARKamera | 2.000 m² | 45 % | nein | 22 cm | ab 1.199 € | |
| LiDARKamera | 2.000 m² | 45 % | nein | 20 cm | ab 949 € | |
| LiDARKamera | 1.200 m² | 45 % | nein | 22 cm | ab 999 € | |
| LiDARKamera | 2.000 m² | 80 % | nein | 24 cm | ab 2.699 € | |
| LiDARKamera | 5.000 m² | 80 % | nein | 40 cm | ab 2.599 € |
Der Dreame A1 Pro ist der günstigste Einstieg in reines LiDAR: 360°-3D-LiDAR ohne Kamera, bis 2.000 m², 45 % Steigung, 999 € UVP. homeandsmart lobt Hinderniserkennung und App, bemängelt aber die fehlende automatische Kartierung und das Randmähen an runden Kanten.
Dreame A1 Pro
LiDAR
- Fläche
- bis 2.000 m²
- Steigung
- 45 % (24,2°)
- Schnittbreite
- 22 cm
- Schnitthöhe
- 30–70 mm
- Antrieb
- 2WD
- RTK-Antenne nötig
- nein
- Lautstärke
- 64 dB(A)
- UVP
- ab 999 € (UVP)
Stärken
- Günstigster reiner LiDAR-Mäher (ohne Kamera) (UVP 999 €) für bis zu 2.000 m²
- 360°-LiDAR, funktioniert auch unter Bäumen ohne RTK
- Gute Hinderniserkennung und übersichtliche App (homeandsmart)
- Regensensor und IPX6
Schwächen
- Keine automatische Kartierung (homeandsmart)
- Randmähen an runden Kanten und Ecken verbesserungswürdig (homeandsmart)
- Hinterradantrieb, max. 45 % Steigung; nur 22 cm Schnittbreite
Der Dreame A2 ergänzt den LiDAR um eine HDR-Kamera und schafft bis 3.000 m² bei 50 % (26,6°) Steigung. Sein EdgeMaster-Kantenschnitt lässt laut Hersteller weniger als 5 cm Rest; homeandsmart sah ihn 2025 als Testsieger. Alle Daten stehen im Test-Check zum Dreame A2.
Dreame A2
LiDARKamera
- Fläche
- bis 3.000 m²
- Steigung
- 50 % (26,6°)
- Schnittbreite
- 22 cm
- Schnitthöhe
- 30–70 mm
- Antrieb
- 2WD
- RTK-Antenne nötig
- nein
- Lautstärke
- 55 dB(A)
- UVP
- ab 1.399 € (UVP)
Stärken
- LiDAR + HDR-Kamera, keine RTK-Antenne nötig
- EdgeMaster-Kantenschnitt mit <5 cm Abstand (Hersteller), im homeandsmart-Test 2025 Testsieg
- Leise (<55 dB) und mit Regensensor
- 4G-Ortung mit Geofence-Alarm
Schwächen
- Hinterradantrieb, nur 50 % (26,6°) Steigung
- Nur 22 cm Schnittbreite
- Kleine flache Hindernisse wurden nur etwa jedes zweite Mal erkannt (homeandsmart)
In der Mittelklasse um 1.000 bis 1.200 € konkurrieren der Navimow i2 LiDAR mit integriertem 4G und der ECOVACS GOAT O1200 LiDAR Pro mit Kantentrimmer; die Unterschiede zeigt der Vergleich Navimow i2 LiDAR vs. GOAT O1200. Für steile Hänge bleiben Dreame A3 AWD Pro und Roborock RockMow Z1 LiDAR mit Allrad und 80 % Steigung. Welches Modell unter Ihren Bäumen am besten zurechtkommt, beantwortet die Kaufberatung Mähroboter ohne Begrenzungskabel für Gärten mit Bäumen.
Häufige Fragen
Braucht ein LiDAR-Mähroboter WLAN oder 4G?
Für die Navigation nicht, denn der LiDAR-Mähroboter ortet sich allein über seinen Laserscanner und die gespeicherte Karte. WLAN oder 4G braucht er für App, Updates und Diebstahlortung; beim Dreame A1 Pro gibt es 4G nur über ein optionales Modul.
Muss ein LiDAR-Mähroboter den Garten vorher kartieren?
Ja, ein LiDAR-Mähroboter legt vor dem ersten Mähen eine Karte an, entweder automatisch oder indem Sie die Grenze per App-Fernsteuerung abfahren. Die automatische Kartierung funktioniert nicht bei allen Modellen; homeandsmart vermisste sie beim Dreame A1 Pro.
Ist RTK oder LiDAR besser?
LiDAR ist besser in Gärten mit Bäumen, Hecken und Hauswänden, RTK auf großen offenen Flächen mit freiem Himmel. Hybridmodelle wie der Mammotion LUBA 3 AWD oder der Navimow i2 LiDAR Pro kombinieren beide Verfahren.